Kulmbach - "Jeden Sonntag gab es Klöße und meistens dazu einen Karnickelbraten", erinnert sich Edeltraud Gerlinger, als sie und ihr Mann mit allerlei Küchenutensilien bei Bernhard Sauermann, dem Museumsleiter im Kulmbacher Mönchshof, ankamen. Es waren für sie wertvolle Gegenstände aus ihrer thüringischen Heimat, von denen sie sich nun trennen wollte. Im Gepäck hatte sie neben einem tönernen Topf zum Einmachen von Gurken, einem Honigtopf und einem Schmalztopf alles, was eine tüchtige thüringische Hausfrau zum Klößemachen braucht: die große Reibe und die Schüssel, in die am Sonntag die Kartoffeln gerieben wurden, sowie die hölzerne Kartoffelpresse mit den dazugehörigen Säckchen für die geriebene Kartoffelmasse und nicht zu vergessen, den Quirl. "Oft sind es die kleinen Dinge, die große Geschichte schreiben", resümiert Bernhard Sauermann. "Sie berichten von Menschen, ihren großen und kleinen Nöten und ihrem Glück. Von daher sind sie es allemal wert, mit ihrer Botschaft im Museum zu überdauern."