Wunsiedel - Als in diesem Sommer die Luisenburg-Festspiele so allmählich in Gang kamen, ahnte noch niemand etwas. Doch nach der dritten Vorstellung der Groteske "Der verkaufte Großvater" stand die Diagnose unverrückbar fest: Krebs. Der Großvater-Darsteller Michael Altmann - einem breiten Publikum auch aus zahlreichen Fernsehrollen bekannt - war krank. Unheilbar krank. Als er sich wegen einer Lungenembolie in Behandlung begeben musste, wurde die Krebserkrankung festgestellt. Doch er spielte, so weit es sein Zustand zuließ, über Wochen seine Rolle tapfer weiter. "Oft unter Schmerzen, aber nie klagend", wie Luisenburg-Intendant Michael Lerchenberg schreibt. Lerchenberg, der Regisseur des Stücks, war selbst fünf Vorstellungen für Michael Altmann eingesprungen und stand bei allen anderen Termin immer hinter der Bühne parat. Für den Fall, dass Michael Altmann doch nicht weiterspielen hätte können. Er hielt die Festspielzeit durch. Am vergangenen Sonntag, sieben Wochen nach der letzten Vorstellung des "Verkauften Großvaters", ist Altmann im Alter von 73 Jahren gestorben - im Hunsrück, im Kreise seiner Familie.