Hof/Regensburg – Stefan M., der Jugendfreund der schillernden Tatjana Gsell, kann sich 13 Jahre nach dem gewaltsamen Tod des Schönheitschirurgen Franz Gsell aus Nürnberg kaum Hoffnungen auf Rehabilitation machen. Das Landgericht Regensburg hat einen Wiederaufnahmeantrag des früheren Hofer Staatsanwalts am Donnerstag abgelehnt. M. war am 30. Juli 2014 des versuchten Versicherungsmissbrauchs und des Vortäuschens einer Straftat schuldig gesprochen worden. 2003 hatten Räuber den Promi-Arzt Gsell bei einem Überfall so schwer verletzt, dass er später starb. Die Witwe und ihre Geliebter wurden wegen versuchten Versicherungsbetrugs zu Bewährungsstrafen verurteilt. Das Gericht ging davon aus, dass die beiden jugoslawische Autoschieber angeheuert hatten, die Gsells 100 000-Euro-Mercedes stehlen sollten. Der Arzt sei dabei niedergeschlagen worden und an den Folgen der Verletzungen gestorben. Als 2014 durch eine DNA-Spur die tatsächlichen Räuber ermittelt und verurteilt wurden, widerriefen M. und Gsell ihre Geständnisse. Mit dem Wiederaufnahmeantrag ist M. jetzt gescheitert, er kann Beschwerde beim Oberlandesgericht Nürnberg einlegen. Über den Wiederaufnahmeantrag von Tatjana Gsell hat das dafür zuständige Amtsgericht Fürth noch nicht entschieden.
Länderspiegel Gericht lässt Gsells Ex-Freund abblitzen
Von Thomas Scharnagl 22.12.2016 - 15:18 Uhr