Minigolfanlage in Rehau Am letzten Loch

Ausgeputtet: Die Minigolfanlage am Rehauer Freibad öffnet wohl nicht mehr. Foto: dpa/Philipp Schulze

Die Minigolfanlage am Rehauer Freibad dürfte bald Geschichte sein. Nach 36 Jahren ist sie ziemlich marode. Eine neue würde eine sechsstellige Summe kosten.

Eine wirkliche Überraschung ist es nicht: Die Minigolfanlage am Rehauer Freibad steht vor dem Aus. Entspricht der Stadtrat Ende des Monats dem Vorschlag der Verwaltung, dann wird die 18-Loch-Anlage nach der Badesaison 2022 nach 36 Jahren abgebaut. Dass es so kommt, daran ist nach der Sitzung des Werksenats am Mittwoch kaum ein Zweifel. Die beiden einzigen anwesenden Senatsmitglieder – Thomas Schaller (CSU) und Hagen Rothemund (SPD) – sprachen sich ebenfalls für den Abbau der Anlage aus. Weil der Stadtrat ohnehin entscheiden muss, tat es nichts zur Sache, dass der Senat mit nur zwei Mitgliedern nicht beschlussfähig war.

Das Thema Minigolfanlage war in den vergangenen Jahren immer mal wieder aufgekommen. Und immer wieder hatte man sich trotz überschaubarer Spieler-Zahlen dafür entscheiden, die Bahnen weiter zu nutzen. Die Kosten hielten sich im Rahmen, und schließlich war es ein Freizeitangebot an die Bürger. Nun aber stellt sich die Situation laut Werkleiter Ulrich Beckstein anders dar: „Jedes Wirtschaftsgut kommt auch beim besten Unterhalt irgendwann ans Ende seiner Lebenszeit.“ Und das sei bei der Minigolfanlage nach 36 Jahren nun der Fall. „Die Beschwerden haben sich in den letzten Jahren, insbesondere im letzten Jahr, gehäuft“, sagte Beckstein im Werksenat. Reparieren ließe sich die Anlage nicht mehr mit geringen Mitteln, es müsste eine komplette Erneuerung her. Kosten: wohl mehr als 100 000 Euro für die neue Anlage mit 18 Löchern alleine. Rechnet man die nötigen Arbeiten dazu, schlügen wohl um die 150 000 Euro zu Buche. Bei selten mehr als 2000 Besuchern 1500 Euro Erlös pro Jahr eine Investition, die aus Sicht der Werkleitung in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen steht. Ergo: Die Anlage soll weg. Was im Anschluss mit der Fläche geschieht, darüber hat man ebenfalls bereits recht konkrete Vorstellungen. Der Teil des Areals zwischen Freibad und Potrasbach soll dem Bad als Erweiterung der Liegewiese zugeschlagen werden. „An guten Tagen haben dafür durchaus Bedarf“, sagte Beckstein. Das Stück am anderen Ufer soll erstmal frei bleiben, geht es nach der Werkleitung.

Der Zeitplan könnte, wenn der Stadtrat zustimmt, so aussehen: Die Minigolfanlage wird während der Badesaison nicht wieder geöffnet und nach deren Ende angebaut. Dann könnte auch das Gras für die Liegewiese schon im September angesät werden.

Aus dem Senat gab es für den Vorstoß ausschließlich Zustimmung, auch vom stellvertretenden Bürgermeister Rudolf Scholz, der die Sitzung leitete. Thomas Schaller sagte: „Dass diese Entscheidung einmal ansteht, war klar.“ Jetzt sei eben der Punkt erreicht, an dem man entscheiden müsse, ob man die Anlage noch halten möchte. Für Schaller ist die Angelegenheit klar: „Eine sechsstellige Summe ist angesichts der geringen Nachfrage nicht gerechtfertigt“, sagte er. Schaller schlug vor, die Möglichkeit eines Wasserspielplatzes an der Stelle der Minigolfanlage zu prüfen. Die CSU hatte für den laufenden Haushalt ohnehin die Überprüfung des Spielplatzkonzeptes und der Freizeitanlagen in der Stadt beantragt. Der Wasserspielplatz solle möglichst ans Freibad angeschlossen sein. Das allerdings sah Werkleiter Beckstein skeptisch. Im Wasserspielplatz sei es üblich, dass Kinder mit Dreck und Matsch hantieren. Und den würden sie unweigerlich ins Freibad und die Becken tragen. „Dann bekämen wir ein Problem bei der Aufbereitung des Wassers“, sagte Beckstein.

Hagen Rothemund empfand den Abbau der Anlage als den richtigen Weg und wollte am liebsten direkt dafür abstimmen. „Minigolf passt nicht mehr ins Jahr 2022. Der Trend ist vorbei“, sagte er. Er schlug vor, mit Thomas Pabstmann, dem Betreiber des Freibad-Kiosks, zu besprechen, ob der eventuell eine Erweiterung seiner Terrasse wünscht. Dafür sei ja dann Platz. Ulrich Beckstein schätzte, dafür gebe es keinen Bedarf, nachdem Pabstmann sich mit diesem Wunsch bislang nicht an die Stadt oder die Stadtwerke gewandt habe.

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