Reaktivierung „Pro Bahn“ schlägt Akku-Züge im Höllental vor

Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ widerspricht dem Bad Stebener Gemeinderat - Symbolbild. Quelle: Unbekannt

Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ widerspricht dem Bad Stebener Gemeinderat, der durch die Reaktivierung der Strecke durchs Höllental Nachteile befürchtet will. Doch die Befürworter sind überzeugt: Die reaktivierte Höllentalbahn würde dem Kurort nützen.

Marxgrün/Blankenstein - In der jüngst neu entflammten Diskussion über den Schienenlückenschluss zwischen Marxgrün und Blankenstein auf der historischen Trasse im Höllental meldet sich der Fahrgastverband „Pro Bahn“ zu Wort. Der Verband zeigt sich verwundert über die ablehnende Haltung des Bad Stebener Gemeinderats. Wie Timm Kretschmar und Professor Thomas Schempf vom Landesverband in einer Mitteilung betonen, hätte eine reaktivierte Höllentalbahn keine Nachteile für Bad Steben, sondern würde sich positiv auf den Kurort auswirken. Aus Sicht des Fahrgastverbands hat die Eisenbahn einen großen Stellenwert bei der Bewältigung des Klimawandels.

„An den Haaren herbeigezogen“

„Die Argumente, die Kritiker von Reaktivierungsprojekten anführen, sind in jeder Region die gleichen und überall gleichermaßen falsch“, sagt Timm Kretschmar: „Eine reaktivierte Nebenbahn macht keine ÖPNV-Takte kaputt, zerstört nicht die Natur und trägt schon gar nicht zu einem Touristenschwund bei.“

Sein Vorstandskollege Thomas Schempf widerspricht dem „an den Haaren herbeigezogenen Argument“ des Gemeinderats, wonach sich eine reaktivierte Höllentalbahn negativ auf den Tourismus auswirke. „Noch nirgends hat eine Bahnstrecke zu einem Rückgang an Touristen oder Einwohnern geführt“, betont Schempf. „Eine gute Bahnanbindung macht viele Orte nicht nur für Einheimische, Ausflügler und Touristen attraktiver, sondern auch für Unternehmen“, argumentiert der Pro-Bahn-Vorsitzende. Er verweist auf das Beispiel auf Bad Kissingen, wo in den 1990er-Jahren die Bahnstrecke nach Thüringen reaktiviert wurde.

Bahn besser fürs Klima?

Aus Sicht der bayerischen Pro-Bahn-Vorsitzenden hat die Bahn auch Umwelt- und Klimavorteile hin. Die Frage, wie im Verkehrssektor CO2 eingespart werden könne, beschäftige derzeit viele Entscheidungsträger. Es sei mittlerweile Konsens, meinen Kretschmar und Schempf, dass dies nur mit einer Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene erfolgen könne. Aus Sicht des Fahrgastverbands „Pro Bahn“ sei es besonders ärgerlich, wenn ein Unternehmen bereit sei, seine Lastwagenfahrten weitestgehend auf die Bahn umzustellen, es aber durch Unwillen in der Lokalpolitik daran gehindert werde.

Dabei muss es nach Einschätzung des Fahrgastverbandes nicht zwangsläufig zu einem Dieselbetrieb kommen. Auch alternative Antriebe seien denkbar. Für den Lückenschluss zwischen Hof und Saalfeld schlägt der Fahrgastverband Akku-Triebzüge vor, die an einigen Punkten auf der Strecke ihren Akku laden könnten.

Bei der Fahrplangestaltung sieht der Fahrgastverband die Möglichkeit, um Bad Steben auf dem Schienenweg noch besser anzubinden. Dazu müsse sichergestellt werden, dass Bad Steben über einen schlanken Anschluss in Marxgrün in Richtung Saalfeld gut angeschlossen werde. „Wir könnten uns auch vorstellen, dass ein Regionalexpress von Hof über Naila und Lobenstein nach Saalfeld verkehrt und damit eine zusätzliche schnelle Verbindung entsteht“, schlägt Kretschmar vor.

 
 

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