Serie: Sagenhafte Plätzchen aus dem Fichtelgebirge Der Tourismus-Chef reicht Plätzchen zum Wild

Als warme Kartoffel-Beilage fabriziert Ferdinand Reb am liebsten Plätzchen. Ihm selbst schmecken sie mit Rehrücken am besten, doch seiner Familie mag sie auch mit Apfelmus oder Kompott. Foto: pr.

Für süßes Gebäck fühlt sich Ferdinand Reb nicht nicht zuständig. Der Leiter der Tourismuszentrale Fichtelgebirge kocht lieber. Plätzchen zählen trotzdem zu seinen Spezialitäten: aus salzigem Kartoffelteig.

 
Schließen

Diesen Artikel teilen

Bischofsgrün - Im Wald und auf dem Fußballplatz hat Ferdinand Reb seine Kindheit verbracht. Die Liebe zum Draußensein ist dem Geschäftsführer der Tourismuszentrale Fichtelgebirge bis heute geblieben. Wenn der Familienvater mit drei Kindern zwischen 16 und 22 Jahren nicht gerade damit beschäftigt ist, die Vorzüge der Region zu vermarkten oder zu verbessern, trifft man ihn auf den verschiedensten Wegen und Stegen beim Laufen, Fahrradfahren, Mountainbiken oder Langlaufen. Plagt den 50 Jahre alten Bischofsgrüner nach seinen Ausflügen der Hunger, stellt er sich an den Herd.

Über die Schulter geschaut

Angefangen zu kochen hat Reb mit 17 Jahren, als seine Eltern ihn und seine beiden Brüder alleingelassen haben, um auf Jagdreisen zu gehen. „Da meine Mutter eine hervorragende Köchin ist, habe ich ihr immer über die Schulter geschaut – obwohl sie das nicht mag und lieber alleine in der Küche wirbeln will. Ich frage sie heute noch, wie und was sie zubereitet hat“, erzählt Reb, der nach Jahren in der Gästebetreuung in Prien und Bischofsgrün seit 2011 die Tourismuszentrale Fichtelgebirge leitet.

Er liebt die Schmorgerichte

Wildfleisch steht häufig auf dem Speiseplan, da Großvater, Vater und Bruder jagen. Der Vater des Bischofsgrüners war nicht nur Förster, sondern betrieb später auch eine Jagdreiseagentur. Deshalb kam Ferdinand Reb in den Genuss exotischen Wildfleischs wie Wapiti, Elch oder nordamerikanisches Pronghorn. „Aber ich präferiere das Heimische. Die Art ist egal, es kommt mir eher auf das jeweilige Stück Fleisch und seine Zubereitung an. Ich liebe Geschmortes. Und da es etwas Besonderes ist, isst man es auch nicht jeden Tag.“ Reb lobt Direktvermarkter wie den Forstbetrieb Fichtelberg mit seinem Wildmetzger als „perfekte Anlaufstelle“. Ab und an bestelle er auch Bisonfleisch bei den Höpfls in Sichersreuth. „Das ist ist eine sehr gute Adresse für das eiweißreiche und zarte Wildfleisch.“

Spitzbuben gibt es trotzdem

Aber wer bäckt sagenhafte Adventsplätzchen für diesen Mann, der seit zehn Jahren das „sagenhafte Fichtelgebirge vermarktet? „Meine Frau“, verrät Ferdinand Reb. Seine Familie bevorzuge eher klassisch-traditionelle Sorten wie Spitzbuben, Vanillekipferl, Kokosmakronen und Butterplätzchen. Bei der Zubereitung sei er allerdings „für das Süße eher nicht zu haben – nur beim Essen“.

Adventskalender mal anders: In der neuen Frankenpost-Serie erklärt täglich ein Koch- oder Backprofi aus dem Kreis Wunsiedel, warum er eine Plätzchensorte sagenhaft gut findet und wie sie sich zubereiten lässt.


Rezept für Katoffelplätzchen

Zutaten für  vier Personen: 

  • 1 Kilo Kartoffeln
  • Salz , Pfeffer
  • Muskatnuss
  • eventuell Kartoffelstärke 
  • Butterschmalz für die Pfanne
  • Kräuter wie Thymian und Rosmarin oder Vanillezucker 

Zubereitung:

  • Die Kartoffeln kochen, schälen und durchdrücken.
  • Mit Salz, Muskat  und eventuell Kartoffelstärke zum Teig verkneten. Für die salzige Variante Kräuter und Pfeffer zugeben, für die süße Vanillezucker.
  • Eine eineinhalb Zentimeter dicke Rolle formen und in Scheiben schneiden. Die Plätzchen in Form drücken.
  • In Butterschmalz ausbacken.

Zur salzigen Variante empfiehlt Ferdinand Reb Rehrücken, zur süßen Apfelmus oder Kompott. 

Autor

Bilder