Wunsiedel - Es ist ein schauriges Ritual: Jahr für Jahr marschieren in Wunsiedel Neonazis durch die Stadt. Dunkel gekleidet und mit Fackeln in der Hand wecken sie Erinnerungen an das Dritte Reich. Wer den Aufmarsch je gesehen hat, denkt sich mit einem Schaudern, wie verblendet doch Menschen sein können. Doch Wunsiedel ist alles andere als nazibraun. Die Stadt steht seit jeher für Vielfalt und Weltoffenheit. Genau dies wollen die Bürger am Samstag zeigen. Wenn im Wunsiedler Norden vermutlich um die 200 Sympathisanten und Mitglieder der rechtsextremen Partei "Der dritte Weg" abgeschirmt von der Polizei ihren Fackelzug starten, gibt es im Rest der Stadt ein riesiges Kulturprogramm.