Nein, eine Stadt kann zwar einiges anstoßen, aber niemals alles Wünschenswerte selbst verwirklichen. Beispiel Marktplatz 5 und 7. Die beiden Häuser hat die Stadt schon vor vielen Jahren gekauft - wie so viele andere auch. Sie sollten ursprünglich saniert und zu einer Markthalle umgebaut werden. Ein Leuchtturm sollte entstehen. Schön gedacht. Nur wollte leider keiner eine Markthalle betreiben. Lahovnik hingegen setzt auf private Investoren, die mit Hilfe der Städtebauförderung die Immobilien selbst kaufen und herrichten. Er sieht eine seiner Hauptaufgaben darin, Gespräche mit Interessenten zu führen. Mit Lahovnik kehrt endlich Realismus in die Politik ein. Das ist dringend notwendig, will Wunsiedel wieder finanziell handlungsfähig werden. Klar, Lahovniks Vorgänger Karl-Willi Beck wollte es allen recht machen, egal, ob er den Katharinenberg und das Bahnhofsgelände reaktivierte, in fast jedem Dorf ein Gemeinschaftshaus baute und nebenbei die halbe Altstadt kaufte. Das hat dazu geführt, dass der Schuldenberg zum Mount Everest anwuchs. Heute ist es deshalb schon ein Kraftakt, für die Feuerwehr in Hildenbach eine Pumpe zum Preis von 1500 Euro zu kaufen. Das ist ein Armutszeugnis.