Zu viel Müll? Amazon wehrt sich gegen Grünen-Kritik

Was passiert mit Amazon-Retouren? Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Schwarzenbacher Grüne werfen dem Konzern vor, mit Retouren Müllberge zu produzieren. Der Versand-Riese kontert und stellt das deutsche Steuerrecht infrage.

Schwarzenbach an der Saale - Der Onlineversand-Riese Amazon nimmt den Vorwurf nicht hin, Retouren wanderten meist auf den Müll. Konkret hatten die Schwarzenbacher Grünen-Stadträte Nanne Wienands und Andreas Link den Plan Amazons skeptisch betrachtet, in der Stadt ein Verteilzentrum zu bauen. In der Frankenpost wurden sie so zitiert: „Bei Amazon zu bestellen, ist einfach; was in die Retoure geht, wird in aller Regel entsorgt.“ 300 Millionen Pakete gingen jährlich zurück, sie erhöhten das Müllaufkommen enorm. Das will der Konzern nicht so stehen lassen: „Bei Amazon wird der überwiegende Teil der retournierten Waren – je nach Zustand – an andere Kunden oder Restpostenhändler weiterverkauft, an die Hersteller zurückgegeben oder an gemeinnützige Organisationen gespendet“, teilt ein Sprecher des Unternehmens mit.

Demnach arbeite Amazon seit 13 Jahren mit der gemeinnützigen Plattform Innatura zusammen, die Sachspenden an karitative Organisationen vermittle. So hätten mehr als 1000 soziale Organisationen Amazon-Spenden erhalten, rund 450 000 Menschen davon profitiert. Amazon räumt jedoch ein, dass man manche Produkte aus Sicherheits- oder Hygienegründen nicht weiterverkaufen oder spenden könne.

In Deutschland zu spenden, ist laut Amazon aber nicht immer wirtschaftlich. „Die Mehrwertsteuergesetze in Deutschland geben vor, dass Unternehmen die Mehrwertsteuer auf den Wert von gespendeten Waren entrichten. Daher ist es für Unternehmen in Deutschland wirtschaftlich wenig sinnvoll, Waren zu spenden. Das betreffe auch selbstständige Partner, die ihre Produkte direkt an Amazon-Kunden verkaufen. Wenn Amazon eigene Produkte spende, komme das Unternehmen gegenüber den deutschen Steuerbehörden für die Mehrwertsteuer auf.

 
 

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