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Arzberg

"Smart Grid Solar" geht in nächste Runde

Schlottenhof wird zum Testgelände: Dort entsteht ein Photovoltaikfeld, dass die Energieversuchsreihe ergänzt.



Das "Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e. V." will bei Schlottenhof ein Solarversuchsfeld mit einer Photovoltaikanlage errichten. Der Stadtrat gab dafür grünes Licht. 	Symbolbild: Archiv/Michael Reichel
Das "Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e. V." will bei Schlottenhof ein Solarversuchsfeld mit einer Photovoltaikanlage errichten. Der Stadtrat gab dafür grünes Licht. Symbolbild: Archiv/Michael Reichel  

Arzberg - "Arzberg nimmt in Sachen erneuerbare Energien eine Vorreiterrolle ein", freut sich Bürgermeister Stefan Göcking (SPD). Das zeige sich etwa am Stromverbrauch - Arzberg bezieht 41 Prozent seiner Energie aus regenerativen Quellen. Das zeige sich aber auch am Status der Kommune als Modellstadt. Wie mehrfach berichtet, ist Arzberg 2012 vom Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie für das Projekt "Modellversuch Solarfabrik der Zukunft - Smart Grid Solar" als Standort für Versuchsanordnungen im Bereich "Smart Grid" ausgewählt worden.

Was kompliziert klingt, lässt sich einfach auf den Punkt bringen: "Smart Grid Solar" meint ein "schlaues Stromnetz", das sich aus Sonnenenergie speist. Damit soll zwischen der Energieeinspeisung ins Netz und dem aktuellen Verbrauch durch intelligenten Datenaustausch ein Gleichgewicht hergestellt werden. Forschung und Industrie erkunden zurzeit die Möglichkeiten, solch ein "schlaues Netz" zu nutzen. Und das soll auch in Arzberg geschehen.

Wie Stefan Göcking bei der jüngsten Stadtratssitzung erklärte, nimmt das Projekt nun Fahrt auf. Bei Schlottenhof soll ein Solarversuchsfeld entstehen. Aufgebaut werden soll es am Areal beim Spielplatz, rechts vom Kieselmühlweg von Schlottenhof zur Kläranlage. "Neben der Photovoltaikanlage sollen verschiedene Energiespeicher aufgestellt, einige Parkplätze gebaut und ein Büro-Pavillon errichtet werden, um Besucher zu empfangen", erläuterte er. Ursprünglich sollte das Versuchsfeld am Industriegebiet entstehen. Das habe sich aber als ungeeignet erwiesen: In der Nähe müssten auch typische Privathaushalte als Stromabnehmer sein, die Industriebetriebe seien aber Großabnehmer. "Die Bürger sollen in das Projekt eingebunden werden. Die Verantwortlichen planen verschiedene Veranstaltungen zu dem Versuchsfeld." Antragsteller für den Bau und damit verantwortlich ist das "Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V."

Reinhard Strößenreuther (CSU) nutzte die Gelegenheit und erkundigte sich beim Thema erneuerbare Energien über Konsequenzen für die Windkraft: "Haben die neuen Beschlüsse der Bundesregierung zu Windkraftanlagen Auswirkungen auf unsere?" Stefan Göcking verneinte das: "Alle bis jetzt genehmigten Anlagen haben Bestandsschutz. Aber die Einspeisevergütung wird sicher geringer werden. Wir haben für unsere Anlagen zum Glück den schlechtesten Fall als Berechnungsgrundlage genommen, also arbeiten unsere immer noch wirtschaftlich."

Peter Gräf (SPD) und Roland Koffmane (CSU) wollten wissen, ob die Schlottenhofer Haushalte in Verbindung mit dem Solarversuchsfeld auch intelligente Steuer- und Messgeräte gestellt bekommen würden. Das konnte Stefan Göcking noch nicht beantworten: "Es gibt verschiedene Überlegungen. Aber das dürfte bei den geplanten Informationsveranstaltungen erklärt werden."

Schließlich beschloss der Stadtrat einstimmig, dass ein Bebauungsplan für das entsprechende Grundstück aufgestellt wird. Parallel dazu wird der Flächennutzungsplan geändert.

Arzberg ist Vorreiter bei den erneuerbaren Energien.

Bürgermeister
Stefan Göcking

 
Zwei Standorte

Das Projekt "Smart Grid Solar Oberfranken" findet an zwei Standorten statt, nämlich in Arzberg und Hof. Das hat das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie 2012 festgelegt. Das Konzept soll alle relevanten Komponenten der Stromerzeugung, des -transports, der Energiespeicherung und des -verbrauchs, der dezentralen Einspeisung und der intelligenten Messtechnik umfassen. Die Photovoltaik-Testanlage ins Arzberg soll insgesamt eine Nennleistung von 50 bis 100 Kilowatt in der Spitze haben.

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Von Tamara Pohl
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Veröffentlicht am:
25. 01. 2014
00:00 Uhr

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25. 01. 2014
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