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Fichtelgebirge

Wunsiedel und Marktredwitz sagen Ja

Künftig erledigt das Standesamt der Großen Kreisstadt die Verwaltung für die Festspielstadt. Nach wie vor können sich aber Paare in beiden Orten trauen lassen.



So viele Standesbeamte wie jüngst im Historischen Rathaus in Marktredwitz kommen selten zusammen. Vielleicht hatte es daher den Anschein, es werde eine Ehe geschlossen. Zumindest die beiden Standesämter haben haben nun "Ja" zueinander gesagt. Dies beschlossen mit einem Vertrag der Wunsiedler Bürgermeister Karl-Willi Beck (vorne links) und sein Marktredwitzer Amtskollege, Oberbürgermeister Oliver Weigel. Dahinter stehen (von links): Der Leiter des Wunsiedler Ordnungsamtes Frank Müller, der Wunsiedler Standesbeamte Alfred Raithel, Monika Bachmann von der Rechtsaufsicht des Landratsamtes, die Marktredwitzer Standesbeamten Bärbel Willsch und Michael Fuchs sowie Ordnungsamtsleiterin Birgit Schelter. Foto: Matthias Bäumler
So viele Standesbeamte wie jüngst im Historischen Rathaus in Marktredwitz kommen selten zusammen. Vielleicht hatte es daher den Anschein, es werde eine Ehe geschlossen. Zumindest die beiden Standesämter haben haben nun "Ja" zueinander gesagt. Dies beschlossen mit einem Vertrag der Wunsiedler Bürgermeister Karl-Willi Beck (vorne links) und sein Marktredwitzer Amtskollege, Oberbürgermeister Oliver Weigel. Dahinter stehen (von links): Der Leiter des Wunsiedler Ordnungsamtes Frank Müller, der Wunsiedler Standesbeamte Alfred Raithel, Monika Bachmann von der Rechtsaufsicht des Landratsamtes, die Marktredwitzer Standesbeamten Bärbel Willsch und Michael Fuchs sowie Ordnungsamtsleiterin Birgit Schelter. Foto: Matthias Bäumler  

Wunsiedel/Marktredwitz - Die Verwaltungen der Großen Kreisstadt Marktredwitz und der Festspielstadt Wunsiedel haben "Ja" zueinander gesagt. Zumindest wenn es um das Standesamt geht, erledigt künftig die Verwaltung in Marktredwitz die Aufgaben für Wunsiedel mit. "Dabei geht es aber nur um die reine Verwaltungsaufgabe. Trauungen können selbstverständlich nach wie vor in Wunsiedel stattfinden", sagte der Bürgermeister der Festspielstadt, Karl-Willi Beck, bei der Unterzeichnung des Vertrages.

Die Gründe für die sogenannte kleine Übertragung, die besagt, dass Wunsiedel nach wie vor Siegelbehörde ist, sind vielfältig. Zunächst geht es darum, die Verwaltungen effizienter und damit kostengünstiger zu führen. Im vergangenen Jahr haben die Bürgermeister aller 17 Landkreis-Kommunen beschlossen, künftig noch mehr auf interkommunale Zusammenarbeit zu setzen. Hier ist Marktredwitz ein Vorreiter. "Wir übernehmen schon seit fünf Jahren die Standesamtverwaltung für Kirchenlamitz mit - zum Nutzen beider Städte", sagte der Marktredwitzer Bürgermeister Oliver Weigel.

Ebenso wollen es ab Januar auch Wunsiedel und Marktredwitz praktizieren. Für Beck liegen die Vorteile auf der Hand. "Es gibt wohl kaum ein anderes Sachgebiet, das derart vom formalen Recht durchdrungen ist als das Standesamtswesen." Daher lege der Gesetzgeber sehr hohe Maßstäbe an die jeweilige Behörde an. "Die Standesbeamten haben die Pflicht, sich regelmäßig fortzubilden. Außerdem ist eine sehr aufwendige Software und Technik notwendig." Wie die Debatte um das sogenannte dritte Geschlecht zeige, würden auch die Fälle immer komplizierter, die Standesämter zu beurkunden hätten. Komplex seien auch die zunehmenden Fälle mit internationalem Bezug. "All dies hat uns dazu bewogen, die Verwaltungsarbeiten Marktredwitz zu übertragen", sagt Beck.

Schon seit März haben die Verantwortlichen beider Kommunen Gespräche über die Organisation der Standesämter geführt. Letztlich haben beide Stadträte der kleinen Übertragung zugestimmt. "Es ist alles nicht so easy, wie es aussehen mag. Da stecken viele Überlegungen dahinter", sagte Beck.

Nach wie vor bleibt der bisherige Wunsiedler Standesbeamte Alfred Raithel offiziell bestellt. Dies habe den Vorteil, dass sich die Standesbeamten (in Marktredwitz sind es Bärbel Willsch und Michael Fuchs) gegenseitig vertreten können, wenn einer wegen Urlaub oder Krankheit ausfällt. Auch beide Stadtoberhäupter stehen nach wie vor zur Verfügung. "Es wird ja häufig gewünscht, dass der Bürgermeister die Trauung übernimmt", sagt Beck, der dieses Jahr schon 15 Paare in den Hafen der Ehe gelotst hat. Auch Oberbürgermeister Oliver Weigel ist oft gefragt.

Eheschließungen und die anschließende Dokumentation sind aber nur eine Aufgabe der Standesämter. Auch bei Geburten und Sterbefällen müssen die Standesbeamten die Ereignisse in den Personenstandsregistern erfassen. Jede Beurkundung ist mit der überprüfbaren qualifizierten elektronischen Signatur des Standesbeamten zu versehen. Die Standesämter führen demnach ein Eheregister, ein Lebenspartnerschaftsregister, ein Geburten- und ein Sterberegister. Wie Beck sagt, muss kein Wunsiedler befürchten, dass mit der Übertragung der Aufgaben die Wunsiedler Identität leidet. "Ich glaube, das wird überschätzt. Niemand bekommt in der Praxis von der Veränderung etwas mit. In Wunsiedel wird es auch in Zukunft möglich sein, sich im Rathaus, im FGV-Haus oder im Greifvogelpark trauen zu lassen."

Die Zusammenarbeit der Standesämter ist nicht die einzige interkommunale Regelung im Landkreis. So hat zum Beispiel Marktredwitz die eigene Volkshochschule aufgegeben und sich in die VHS Fichtelgebirge eingegliedert, die in Selb verwaltet wird.

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Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
14. 11. 2017
18:15 Uhr

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Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
14. 11. 2017
18:15 Uhr



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