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Fichtelgebirge

Schussfahrt knapp an Tragödie vorbei

Bei einem Unfall in Marktredwitz hat eine Frau riesiges Glück.



In einem Gestrüpp unterhalb des Parkplatzes der Gaststätte "Forsthaus" kam das Auto zum Stehen. Die beiden Insassinnen erlitten leichte Verletzungen und wurden im Klinikum behandelt. Fotos: Bäumler
In einem Gestrüpp unterhalb des Parkplatzes der Gaststätte "Forsthaus" kam das Auto zum Stehen. Die beiden Insassinnen erlitten leichte Verletzungen und wurden im Klinikum behandelt. Fotos: Bäumler   » zu den Bildern

Marktredwitz - Da waren mehrere Schutzengel mit im Spiel: Bei einem spektakulären Unfall am Mittwoch gegen 15.30 am Parkplatz der Gaststätte "Forsthaus" haben sich drei Frauen leichtere Verletzungen zugezogen. Um ein Haar wäre eine weitere Frau überrollt worden. Sie hatte aber riesiges Glück.

Wie die Polizei am Donnerstag mitteilt, wollte eine 71-jährige Frau aus Marktleuthen eigentlich nur etwas mit ihrem Auto zurückstoßen, verwechselte aber vermutlich das Gas mit der Bremse und fuhr viel zu schnell.

Zeugen haben gesehen, dass der blaue Mercedes rückwärts in der Putzenreuthstraße gefahren ist. Dann geht offenbar alles blitzschnell. Der Wagen kommt nach links von der Straße ab, überrollt einen massiven, gut einen Meter hohen Verteilerkasten der Telekom und schießt dann regelrecht über den etwas tiefer liegenden, etwa 20 Meter breiten Parkplatz der "Forsthaus"-Gaststätte. Da das Auto nicht mehr zu stoppen ist, fährt es den angrenzenden Hang hinab, überrollt den Fußweg zum Mak-Fitness-Parcours und landet schließlich in einem Gestrüpp, wo es auf einem massiven Stein aufsitzt. In dem Wagen befinden sich drei Frauen, die leichte Verletzungen erleiden und im nahen Klinikum behandelt werden müssen.

Als die Frankenpost einige Minuten nach dem Unfall am Parkplatz eintrifft, kann eine sichtlich geschockte Frau nicht fassen, was in den Minuten zuvor geschehen ist. "Ich hatte das Auto abgestellt und war gerade am Kofferraum, um meine Nordic-Walking-Stöcke rauszunehmen. Da sehe ich noch aus dem Augenwinkel, dass etwas Großes, Blaues Zentimeter an mir vorbeirauscht." Die Frau kann zunächst nicht realisieren, welches Glück sie hatte. Erst als sie das Auto in dem Gestrüpp unterhalb des Parkplatzes sieht, zitterten ihre Knie. "Ich hätte auch vom Kofferraumdeckel erschlagen werden können, wenn der Wagen mein Auto gestreift hätte", sagt sie.

Obwohl sich die Autos offenbar nicht berührt haben, sind der auf dem Parkplatz stehende Wagen und ein daneben stehender dennoch beschädigt worden. Die Teile des Telekom-Verteilerkastens sind durch die Luft geflogen und haben die beiden abgestellten Wagen getroffen. Mitten am Parkplatz liegt übrigens ein massives, gut 20 Kilogram schweres Eisenteil mit der Aufschrift "Post". Von dem Verteilerkasten ist bis auf zwölf dicke Kabel, die aus dem Boden ragen, nichts mehr übrig.

Mehrere sportlich gekleidete Passanten, die unterwegs zum Fitness-Parcours sind, bleiben stehen und schütteln den Kopf. Was geschehen hätte können, wenn sich jemand auf dem Weg befunden hätte, mag sich niemand ausmalen.

Totalschaden hat nach Ansicht der Experten von Polizei und Feuerwehr auch das in dem Gestrüpp liegende Auto der Unfallfahrerin.  Den Schaden beziffert die Polizei auf rund 10.000 Euro.

Der kaputte Verteilerkasten hatte übrigens auch üble Folgen für mehrere Fußballfans im Siedlungsgebiet rund um die "Forsthaus"-Gaststätte. Viele Fernsehapparate versagten ihren Dienst. Kopfschüttelnd ist ein Mann die Putzenreuthstraße in Richtung Stadt gelaufen. "Da habe ich mich auf das Fußballspiel der Deutschen gefreut und dann geht mitten in der Berichterstattung vor dem Spiel mein Fernsehapparat nicht mehr", sagte er im Vorübergehen. Auch ein weiterer älterer Herr ärgert sich. Ihm ist es ebenso ergangen. Während der eine mit dem Handy einen Kumpel verständigt hat, um bei ihm das Spiel anzusehen (auch das Telefon ging nicht mehr), hat der andere ein Public-Viewing besucht. Vielleicht wäre es besser gewesen, daheim zu bleiben. Versäumt hätten sie bekanntlich nichts.

Autor

Matthias Bäumler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
27. 06. 2018
20:44 Uhr

Aktualisiert am:
28. 06. 2018
10:01 Uhr

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Autor

Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
27. 06. 2018
20:44 Uhr

Aktualisiert am:
28. 06. 2018
10:01 Uhr



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