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Fichtelgebirge

Biologe widerspricht Trail-Kritikern

Dr. Martin Fenske aus Lippertsgrün schätzt den Einfluss der Mountainbiker auf die Natur am Kornberg als gering ein. Er sieht die Konfliktpunkte woanders.



Biologe widerspricht Trail-Kritikern
Biologe widerspricht Trail-Kritikern  

Selb/Naila - Das Mountainbike-Zentrum am Kornberg verhindert den Gen-Austausch bei den Wildtieren? Diese These hatten kürzlich Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg aus Friedenfels, Vorsitzender des Arbeitskreises Luchs Nordbayern, Forstmann und ein Experte für Hochwild im Bayerischen Jagdverband, sowie Siegfried Hösch von der Ökologischen Arbeitsgemeinschaft Fichtelgebirge-Frankenwald aus Rehau aufgestellt und öffentlich gemacht. Dr. Martin Fenske aus dem Nailaer Ortsteil Lippertsgrün ist anderer Meinung. Der Biologe und Anthropologe glaubt, die beiden Experten überschätzen den Kornberg als Gen-Austausch-Knotenpunkt. "Der Kornberg ist nicht von so großer Bedeutung, wie von den Experten für Hochwild beziehungsweise Ökologie angenommen wird."

Fenske tritt auch dem Argument entgegen, das Mountainbike-Zentrum könnte die Inzucht unter Wildtieren begünstigen. "Bei Wildtieren sollte man grundsätzlich nicht von ‚Inzucht‘ sprechen, da die von den Autoren erwähnte Genbasis - besser: Genpool oder Genom - extrem heterogen ist", sagt Fenske. Man wisse nicht, woher die Elterngeneration stammt. Ohnehin werde Inzucht in der Tier- und Pflanzenzucht systematisch angewendet, "auch wenn es niemand zugeben will".

Der gebürtige Berliner Fenske hat 30 Jahre lang an der Universität Bayreuth geforscht und gelehrt. "Inzucht muss in der Tierwelt auch nicht zwingend negative Auswirkungen haben", sagt Fenske.

Den Einfluss von "ein paar Trails" am Kornberg erachtet Dr. Martin Fenske als gering - gemessen an den Einflüssen der A 93 oder der B 289, die aus seiner Sicht das eigentliche Problem darstellen, weil sie die Lebensräume der Tiere massiv durchschneiden.

Grundsätzlich stellt Dr. Martin Fenske fest, dass Wildtiere extrem anpassungsfähig seien und sich das auch durch einen Mountainbike-Park nicht ändere. Die Tiere würden ihre Aktivitäten einfach und flexibel geringfügig verlagern. "Sie finden schnell neue Wanderrouten, um andere Regionen zu erreichen beziehungsweise zu besiedeln", sagt Fenske. Weiteres Argument: "Wild- und Waldtiere sind zumeist nachtaktiv, die Mountainbiker hoffentlich nicht", sagt Fenske. Allein dadurch kämen sich die beiden Gruppen kaum in die Quere. Der Betrieb der Mountainbiker soll auf den Tag beschränkt bleiben. Stefan Krippendorf, Tourismus-Chef im Landkreis Hof, betonte bei einer Veranstaltung vergangene Woche in Selb, dass sich das beplante Areal am Kornberg im Vergleich zum Winterbetrieb nur geringfügig vergrößern soll.

Autor
Patrick Gödde

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Veröffentlicht am:
22. 05. 2019
19:04 Uhr

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Patrick Gödde

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22. 05. 2019
19:04 Uhr



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