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Fichtelgebirge

Graffito soll Gas-Technik erklären

Wunsiedel nutzt die Straßenkunst, um die Bürger zu informieren. Die neue Übergabestation in der Espenstraße kostet 1,2 Millionen Euro.



Nicht alle Menschen auf dem Bild sind echt. Der Monteur rechts ist ein Teil des Gemäldes auf der Fassade der Gasstation. Die übrigen sind (von links): Markus Seidel von Bayernwerk, der technische Leiter der SWW, Markus Hausmann, Reinhold Kellner von Bayernwerk, Bürgermeister Karl-Willi Beck und SWW-Geschäftsführer Marco Krasser. Foto: Matthias Bäumler
Nicht alle Menschen auf dem Bild sind echt. Der Monteur rechts ist ein Teil des Gemäldes auf der Fassade der Gasstation. Die übrigen sind (von links): Markus Seidel von Bayernwerk, der technische Leiter der SWW, Markus Hausmann, Reinhold Kellner von Bayernwerk, Bürgermeister Karl-Willi Beck und SWW-Geschäftsführer Marco Krasser. Foto: Matthias Bäumler  

Wunsiedel - Die meisten Bürgermeister ärgern sich über Graffiti in ihren Städten. Das Wunsiedler Stadtoberhaupt Karl-Willi Beck hat sich ein Graffito gewünscht. Seit mehreren Wochen wundern sich wahrscheinlich viele Passanten, die an der neuen Gas-Übergabestation in der Espenstraße in Holenbrunn vorbeilaufen. An dem Häuschen ist ein wandgroßes Gemälde, auf dem dicke gelbe Rohre, Ventile, Kurbeln und Manometer zu sehen sind. Die auf die Fassade gesprühte Anlage befindet sich eins zu eins im Inneren des Hauses.

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Die SWW Wunsiedel will das Innenleben weiterer Energiebauwerke sichtbar machen. Hier gebe es viele Möglichkeiten, sagte SWW-Geschäftsführer Marco Krasser. Die SWW betreibt zusammen mit Siemens das Haus der Energiezukunft in der Rot-Kreuz-Straße. Das Graffiti im Espenweg haben Profis des Unternehmens Art-efx gesprüht.


"Wir wollen die Energietechnik transparent machen", sagt Beck, der die Idee für das Wandgemälde hatte. Der Geschäftsführer der Gasversorgung Wunsiedel, Marco Krasser, ließ Becks Einfall von dem Unternehmen Art-efx in die Tat umsetzen. Seither hat der idyllische Espenweg zumindest ein klein wenig das Flair der Bronx in New York oder zumindest von Berlin-Kreuzberg.

Wichtiger als die Optik ist allerdings die Anlage selbst. Für 1,2 Millionen Euro hat die Gasversorgung Wunsiedel die neue Übergabestation gebaut. Hier kommt das Gas aus dem Netz der Ferngas-Netzgesellschaft an. Die Gasversorgung Wunsiedel leitet es anschließend in das Ortsnetz weiter. Bevor das möglich ist, muss das Gas "entspannt" werden. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Druck des anlandenden Gas verringert werden muss, und zwar von 50 auf 3,3 bar. Dies hat allerdings zur Folge, dass das Gas pro bar um jeweils 0,4 Grad kälter wird. "Deshalb müssen wir es vorheizen, bevor es in die Station und von hier aus weiter in das Netz und zu den Bürgern kommt", erläutert der technische Leiter der Stadtwerke SWW, Markus Hausmann. Drei Heizanlagen gibt es in der Gasstation - zur Sicherheit, falls einmal eine ausfällt.

Würde das eiskalte Gas nicht vorher erwärmt, würden sämtliche Ventile und auch gusseiserne Leitungen vereisen.

Damit ist die Aufbereitung aber noch nicht zu Ende. Das Gas durchströmt einen Filter, damit mögliche Eisenpartikel, die zum Beispiel irgendwo beim Schweißen einer Leitung hineingekommen sind, entfernt werden. Zudem gibt es einen großen Behälter mit Tetrahydrothiophen (THT). Die organische Schwefelverbindung hat den typischen Gasgeruch. "Gas ist an sich völlig geruchlos. Deshalb muss aus Sicherheitsgründen der Geruchsstoff beigemischt werden", sagt Hausmann. Auf einen Kubikmeter Gas kommen zwei Milligramm THT. An den Endpunkten der Gasleitungen kontrollieren Spezialisten mit guter Nase regelmäßig, ob es lecke Stellen gibt.

Auch wenn die Anlage in der Übergabestation im Espenweg gewartet wird, müssen die Bürger nicht auf das Gas verzichten. "Wir haben hier im Haus zwei Anlagen parallel, fällt eine aus, läuft das Gas über die andere", sagt Krasser.

Die neue Station hat eine weitaus höhere Kapazität als die alte, die noch nebenan steht. Statt der bisher 650 sogenannten Normkubikmeter Gas, die ins Leitungsnetz der Stadt Wunsiedel übergeben werden können, ist die Kapazität auf 9750, also das 15-fache gestiegen.

Für die Wartung der Anlage ist die Bayernwerk Netz GmbH zuständig. Diese ist zusammen mit der SWW Wunsiedel Gesellschafter der Gasversorgung Wunsiedel. Wie der zuständige Netzbauleiter der Bayernwerk in Naila, Markus Seidel, sagte, hat sein Unternehmen die 20-Kilovolt-Freileitung, die über das Baufeld verlief, abgebaut und durch ein Erdkabel ersetzt. Dies sei eine Investition in Höhe von 650 000 Euro gewesen.

Übrigens: Die Wunsiedler erhalten Gas aus Russland. Dieses ist laut Markus Hausmann besser als jenes aus der Nordsee.

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Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
14. 08. 2019
18:48 Uhr

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Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
14. 08. 2019
18:48 Uhr



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