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Fichtelgebirge

"Der Kunstrasenplatz gefährdet unsere Existenz"

Die Leichtathleten der LG Fichtelgebirge sind über die Pläne des ASV Wunsiedel entsetzt. Die Werfer könnten im Landkreis keine Wettkämpfe mehr austragen.



Am vom ASV Wunsiedel geplanten Kunstrasenplatz im Fichtelgebirgsstadion scheiden sich die Geister. Foto: Fredrik von Erichsen
Am vom ASV Wunsiedel geplanten Kunstrasenplatz im Fichtelgebirgsstadion scheiden sich die Geister. Foto: Fredrik von Erichsen  

Wunsiedel - Erst das Wackerstadion, jetzt womöglich das Fichtelgebirgsstadion. Die Werfer unter den Leichtathleten können in Zukunft womöglich im Landkreis Wunsiedel keine Wettkämpfe mehr austragen. Grund für die Sorgen der Diskus-, Hammer- und Speerwerfer sind die Pläne des ASV Wunsiedel. Wie berichtet, will der Verein der Stadt Wunsiedel das Fichtelgebirgsstadion abkaufen und hier einen Kunstrasenplatz anlegen. Wie ASV-Verantwortlicher Michael Pfauntsch der Frankenpost sagte, soll es den Fußballern seines und der umliegenden Vereine künftig möglich sein, auch im Winter oder bei schlechtem Wetter zu trainieren oder Punktspiele auszutragen. Bisher müssten die Kicker zum Wintertraining nach Eger fahren, was den Vereinen viel Geld koste.

250 Leichtathleten

Die LG Fichtelgebirge ist ein Zusammenschluss von 19 Vereinen mit rund 250 aktiven Sportlern. Davon nehmen gut 150 an Wettkämpfen teil. Die Vereine stammen nicht nur aus dem Landkreis Wunsiedel , sondern auch aus dem Landkreis Bayreuth (TV Gefrees) und dem Landkreis Hof (TV Stammbach, TV Rehau).

 

Was die Fußballer freut, könnte für die Werfer unter den Leichtathleten bittere Folgen haben. "Wenn im Fichtelgebirgsstadion ein Kunstrasenplatz entsteht, können unsere Speer-. Hammer- und Diskuswerfer hier nicht mehr trainieren, geschweige denn Wettkämpfe austragen", sagt Jürgen Grießhammer, Sportwart der Leichtathletikgemeinschaft Fichtelgebirge (LGF). Nachdem schon vor Jahren das Wackerstadion im Marktredwitz weggefallen sei, verblieben im Landkreis lediglich noch das Fichtelgebirgsstadion und die Anlage in Selb zum Trainieren. In Selb seien die Einrichtungen allerdings baufällig, außerdem gebe es keine überdachten Tribünen, sodass hier keine Wettkämpfe stattfinden könnten. Jedes Jahr tragen die Leichtathleten in Wunsiedel Wettkämpfe für die oberfränkische Meisterschaft aus. Auch der Karl-Ruckdeschel-Gedächtnis-Werfer-Tag, bei dem die Kreismeisterschaften stattfinden, sei ohne das Stadion nicht denkbar.

 

Die Werfer-Riege der LGF genießt bayernweit hohes Ansehen. Immer wieder stehen die Athleten aus dem Fichtelgebirge bei bayerischen oder auch deutschen Meisterschaften auf dem Treppchen. So etwa die beiden Super-Talente Mehrkämpfer Jonas Perner aus Tröstau oder die Diskus- und Hammerwerferin Alina Hörl aus Selb. "Um auf diesem Niveau zu bestehen, sind optimale Trainingsbedingungen erforderlich. Wenn nun das Fichtelgebirgsstadion einen Kunstrasenplatz erhalten soll, ist dies definitiv nicht mehr der Fall", sagt Grießhammer.

Der LGF-Sportwart hält wenig von Pfauntsch’ Vorschlag, Kunstrasen-verträgliche Gummispitzen an die Speere anzubringen. "Das ist nicht praktikabel." Auch das vom ASV-Vorstand ins Feld geführte Ausweichen der Werfer auf den nahen TV-Platz ist laut Grießhammer nicht möglich. "Hier gibt es keine Werferanlagen. Außerdem hat der TV beim Bau des Fichtelgebirgsstadions zugesichert, dass die Werfer in Zukunft nicht mehr auf dem eigenen Platz trainieren."

Schützenhilfe erhält die LGF vom Präsidenten des bayerischen Leichtathletikverbandes, Gerhard Neubauer. Dieser hat sich mit einem Schreiben an Bürgermeister Karl-Willi Beck gewandt und ihm geschildert, wie wichtig das Stadion für die Leichtathleten ist. Letztlich liegt es am Wunsiedler Stadtrat, ob er das Stadion an den ASV verkauft oder nicht.

ASV-Verantwortlicher Pfauntsch hat im Gespräch mit der Frankenpost mehrmals betont, dass die Leichtathleten selbstverständlich im künftig neuen Fichtelgebirgsstadion willkommen seien. Allerdings verhehlte er nicht, dass mit den Werfern Kompromisse gefunden werden müssten.

In den vergangenen Tagen hat sich Landrat Dr. Karl Döhler in die Stadion-Diskussion eingeschaltet. Dem Vernehmen nach will er prüften, ob der Landkreis das Fichtelgebirgsstadion von der Stadt Wunsiedel übernehmen könnte. Der Stadionbetrieb beschert der Festspielstadt pro Jahr ein hohes Defizit. Zudem steht eine gründliche Sanierung der Anlagen ins Haus. In der jüngsten Stadtratssitzung sagte Bürgermeister Beck, dass innerhalb von fünf Jahren etwas geschehen müsse.

Dies sieht Grießhammer weniger dramatisch. "Mir wäre lieber, die Stadt verzichtet vorerst auf eine Totalsanierung und behält dafür das Stadion für alle Sportler."

Nicht nur die 250 Aktiven der LGF (darunter rund 150 Wettkampfsportler) trainieren mehr oder weniger regelmäßig im Fichtelgebirgsstadion. Erst kürzlich war der bayerische Länderkampf-Kader ein ganzes Wochenende in Wunsiedel, um sich hier den Feinschliff für den Wettkampf zu holen. "Auch die Leichtathleten aus Mainburg in Niederbayern oder Schleißheim in Oberbayern fahren gerne für Trainingslager in die Festspielstadt. "Ich habe bei einer Meisterschaft einen Trainer aus Schleißheim gesehen, auf dessen T-Shirt ,Trainingslager Wunsiedel’ gestanden ist."

Kritisch sieht Grießhammer die Pläne für einen Kunstrasenplatz auch aus Umweltgründen. "Ich bin zwar kein Experte, aber dass sogar die Europäische Union darüber diskutiert, wegen dem Plastik-Abrieb Kunstrasenplätze zu verbieten, stimmt mich schon nachdenklich."

Autor

Matthias Bäumler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
16. 09. 2019
18:46 Uhr

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Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
16. 09. 2019
18:46 Uhr



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