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Fichtelgebirge

Von der Helferin zur Zahnärztin

Christina Langel kennt die bisherige Praxis Sperling in Weißenstadt von beiden Seiten. Die neue Zahnärztin hat hier schon 2003 gelernt.



Weißenstadts zweiter Bürgermeister Holger Grießhammer (links) gratulierte der neuen Zahnärztin Christina Langel (fünfte von links) und ihrem Team zur Übernahme der Zahnarztpraxis von Dr. Bernd Sperling (rechts), der Ende September in den verdienten Ruhestand ging.
Weißenstadts zweiter Bürgermeister Holger Grießhammer (links) gratulierte der neuen Zahnärztin Christina Langel (fünfte von links) und ihrem Team zur Übernahme der Zahnarztpraxis von Dr. Bernd Sperling (rechts), der Ende September in den verdienten Ruhestand ging.   Foto: Uwe von Dorn

Weißenstadt - Manche nennen es Ochsentour, für andere ist es nichts Besonderes: Wer es von der Mittleren Reife bis zur Zahnmedizinerin bringt, muss zumindest einen langen Atem haben. Christina Langel hat ihn bewiesen, allerdings macht sie von ihrem beruflichen Weg kein großes Aufhebens. Die Niederlamitzerin hat nach der Mittleren Reife an der Realschule Wunsiedel bei Dr. Bernd Sperling in Weißenstadt von 2003 bis 2006 den Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten gelernt. Jetzt, 13 Jahre später ist sie selbst Zahnärztin in Weißenstadt. Dr. Bernd Sperling war 35 Jahre in Weißenstadt tätig und ging Ende September in den verdienten Ruhestand. Seit Anfang Oktober praktiziert nun Zahnärztin Christina Langel in den Räumen von Dr. Bernd Sperling in der Kirchenlamitzer Straße 1, wo sie einst als junge Auszubildende angefangen hat.

"Mir war immer klar, dass ich in einem medizinischen Beruf arbeiten wollte. Als Jugendliche wäre ich am liebsten Pathologin geworden", berichtet Christina Langel im Gespräch mit der Frankenpost . Nach der Mittleren Reife hat sie dann zumindest eine medizinische Ausbildung begonnen. "Danach ging es Schritt für Schritt weiter." Als sie ihren Gesellenbrief in der Tasche hatte, schrieb sie sich an der Berufsoberschule ein, die sie mit der fachgebundenen Hochschulreife abschloss. Nun stand ihr der Weg an die Universität offen. Dank ihrer Lehre war inzwischen die Zahnmedizin in ihren Fokus gerückt.

Auch dieses anspruchsvolle Universitätsstudium konnte die wissbegierige Frau nicht stoppen. Nach ihrer Assistenzzeit bei Zahnarzt Dr. Christian Poersch in Schönwald ging sie mit nach Selb ins Medizinische Versorgungszentrum von Dr. Christian Poersch. Da ihr ehemaliger Ausbilder Dr. Bernd Sperling nun in den Ruhestand ging, ergriff sie die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen und übernahm die Praxis ihres ehemaligen Chefs in Weißenstadt.

Eine frühere Kollegin arbeitet übrigens immer noch in der Praxis, die übrigen Mitarbeiter kamen erst nach Christina Langels Lehrzeit hinzu. Die Ausbildung hat ihr zwar rückblickend fachlich nicht ganz so viel gebracht, aber doch für den Umgang mit Patienten. "Im Studium bekommt man da fast gar nichts mit. In der Praxis habe ich aber gelernt, wie man zum Beispiel auf die Ängste der Patienten eingeht."

Am vergangenen Samstag fand in den Praxisräumen die feierliche Übergabe an die neue Weißenstädter Zahnärztin Christina Langel statt. Weißenstadts zweiter Bürgermeister Holger Grießhammer bedankte sich bei Dr. Bernd Sperling für die jahrelange Treue zu Weißenstadt und freute sich, dass er die Nachfolge so prima geregelt hat. Weiter wünschte er Zahnärztin Christina Langel und ihrem Team alles Gute und viel Erfolg in Weißenstadt.

Auf die Frage, wo der Unterschied in der Arbeit einer Zahnmedizinischen Fachangestellten und einer Zahnärztin ist, muss Christina Langel nicht lange überleben. "Ich habe heute viel mehr Verantwortung."

Das Beispiel der jungen Zahnärztin zeigt, dass das Bildungssystem in Bayern tatsächlich so durchlässig ist, wie in Sonntagsreden gerne propagiert wird. "Ja, wenn man will, kann man wirklich alles erreichen."

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Uwe von Dorn, Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
09. 10. 2019
18:26 Uhr

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Uwe von Dorn, Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
09. 10. 2019
18:26 Uhr



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