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Womöglich treten zwei Bunte an

German Schlaug ist fasziniert und entsetzt zugleich von den zurückliegenden Jahren im Wunsiedler Stadtrat. Die "Elf Freunde" seien gescheitert.



Wunsiedel - Wenn in einem Stadtrat die Mehrheit zur Opposition wird, dann kann es sich nur um den Wunsiedler handeln. So zumindest sieht es German Schlaug, Sprecher der Bunten Liste im Stadtrat und einer der "elf Freunde", wie sich die Phalanx aus Aktiven Bürgern, SPD, Bunter Liste und Grünen selbst bezeichnet, die zusammen elf der 20 Sitze belegen. "Irgendwie ist es auch wieder faszinierend, wie Bürgermeister Karl-Willi Beck es immer wieder geschafft hat, Mehrheiten für sich zu beschaffen", sagt Schlaug im Gespräch mit der Frankenpost. Als vorletzte der derzeitigen Stadtratsgruppierungen sind die Bunten am Mittwoch in den Wahlkampf gestartet. Nur die Freien Wähler lassen bisher noch auf sich warten.

Die für viele Wunsiedler wichtigste Frage, ob die Bunten nun einen eigenen Kandidaten ins Rennen um das Bürgermeisteramt schicken, beantwortet Schlaug etwas vage. "Ich bin in Kontakt mit einigen potenziellen Kandidaten." Es könne aber sein, dass es bei den Bunten ähnlich ablaufe wie bei den Grünen. Wie berichtet, hat sich Martina Kerschbaum spontan um eine Kandidatur beworben.

Theoretisch könnte es sogar zwei Kandidaten mit Bunte-Hintergrund geben. Dies wäre der Fall, wenn Schlaug seinen angekündigten Konsens-Kandidaten findet und zudem Rainer Schöffel als freier Solo-Kandidat antritt. Immerhin gilt es als sicher, dass Schöffel auf der Stadtratsliste der Bunten gesetzt ist. Sollte die Bunte Liste keinen eigenen Kandidaten nominieren, müsste Schöffel dennoch als Einzelkämpfer antreten. "Wir werden auf jeden Fall keine Empfehlung abgeben, denn das lassen wir natürlich die Bürger selbst entscheiden", sagt Schlaug. Er würde aber Rainer Schöffel unabhängig davon, ob die Liste einen eigenen Kandidaten stellt, beim Beschaffen der benötigten 120 Unterstützer-Unterschriften helfen.

Enttäuscht ist Schlaug von der SPD, mit der zusammen er gerne einen Konsens-Kandidaten präsentiert hätte. Der Bunte-Liste-Anführer hat unlängst längere Zeit mit einem einflussreichen SPD-Politberater konferiert, um eine "große Lösung" anzubahnen. "Mir schwebte so etwas vor wie einst in Marktredwitz, als die Sozialdemokraten mit Dr. Birgit Seelbinder eine hervorragende Kandidatin aus dem Hut zauberten." Da die SPD mit Stefan Frank vorgeprescht sei, habe sich dies zerschlagen.

Über das Gerücht, dass er erwogen hat, auch Karl-Willi Beck für die Bunte-Liste zu gewinnen, schmunzelt Schlaug. "Mich hat tatsächlich jemand angesprochen und gesagt, Beck würde gerne im Stadtrat weitermachen. Ich selbst kann nicht sagen, ob er tatsächlich noch Ambitionen hat. Allerdings hätte ich nichts dagegen, ihn zu nominieren, aber nur unter der Bedingung, dass auch der Michael Flood mit auf die Liste kommt." Bekanntlich hat Ex-Stadtrat Flood Beck mehr als ein Dutzend Mal angezeigt.

Schlaug ist zwar gerne zu Scherzen aufgelegt, allerdings ist auch ein Funke Ernst in der Diskussion um Beck und Flood. "Ich glaube, es liegt auch an der mangelnden Streitkultur, dass es im Stadtrat und im Umfeld immer wieder so sehr gekracht hat." Er erinnert jedoch auch an die Fraktionsgemeinschaft aus der Wahlperiode 2008 bis 2014 zwischen ihm, Rudi Schricker (seinerzeit aus der CSU ausgetreten) und Herbert Deyerling (Grüne). "Wir kamen zwar alle aus unterschiedlichen Richtungen, haben aber unsere Ansichten immer fair diskutiert und sind so zu guten Lösungen gekommen." Gute Gespräche zwischen Vertretern der "Elf Freunde" und der CSU-FW gebe es mittlerweile fast nur noch, wenn sie bei einem Bier im Wirtshaus stattfänden oder aber in der berühmten Wunsiedler Natur-Sauna. "Wenn der Martin Keltsch von der CSU seine Hosen runterlässt, dann können wir uns völlig vernünftig unterhalten." Da die wirklich wichtigen Entscheidungen für die Stadt nunmal nicht in der Sauna, sondern im Sitzungssaal gefällt werden, wünsche er sich, dass alle Stadträte der kommenden Amtsperiode an einer verträglichen Streitkultur arbeiteten. "Nach 18 Jahren Beck wird es eh eine Zeitenwende in Wunsiedel geben. Und da wahrscheinlich noch mehr Gruppierungen im Gremium sind, muss sich die Diskussionskultur ändern. "

Wann die Bunte Liste ihre Nominierungsversammlung hält, steht noch nicht endgültig fest. "Wir sind noch unentschlossen, ob kurz vor Weihnachten ein guter Zeitpunkt ist. Wahrscheinlicher ist aber Anfang Januar." Die Liste an sich stehe schon. Wie Schlaug sagt, hat er eine Liste mit einigen Überraschungen.

Autor

Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
05. 12. 2019
19:30 Uhr

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Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
05. 12. 2019
19:30 Uhr



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