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Döhlau: Drei Männer kämpfen um Chefsessel im Rathaus

In Döhlau kämpfen drei Männer um den Chefsessel im Rathaus. Fritz Walther, einer von ihnen, wechselte erst vergangene Woche die Partei und tritt jetzt für die örtliche CSU an.



Döhlau - Wer sich im Internet informieren möchte, für welche Partei Fritz Walther im Döhlauer Gemeinderat sitzt, der stößt auf widersprüchliche Aussagen. Die Homepage der Kommune ordnet ihn der CSU zu, die SPD wähnt ihn in ihren Reihen. Der Netzauftritt letzterer verkündet allerdings auch, dass das SPD-Sommerfest ausfällt, 2018.

Und auch im Falle Fritz Walther sind die Döhlauer Sozialdemokraten nicht auf dem neuesten Stand. Fritz Walther wurde am Montagabend von der CSU als Bürgermeisterkandidat nominiert. Dass der aktuelle dritte Bürgermeister die Partei gewechselt hatte, wusste selbst SPD-Bürgermeister Thomas Knauer gestern noch nicht; er war zwei Tage im Urlaub.

"Mein Ziel ist es immer gewesen, Bürgermeister der Gemeinde Döhlau zu werden", sagt Fritz Walther auf Anfrage. Um diesem Ziel einen Schritt näherzukommen, wechselte er sogar kurzfristig die Partei. Zum Monatsanfang wurde aus dem vormals roten ein schwarzes Parteibuch. Für Fritz Walther steckt dahinter kein grundsätzlicher Gesinnungswechsel. Er betont, dass das Parteibuch gerade auf kommunaler Ebene nicht von größter Wichtigkeit ist. "Das ist doch eine Persönlichkeitswahl", sagt er. Und rechnet sich für die Wahl am 15. März 2020 gute Chancen aus: "Ich gehe davon aus, dass ich Bürgermeister der Gemeinde Döhlau werde. Sonst würde ich ja nicht antreten." Am Montagabend, direkt nach der Nominierung durch die CSU-Mitglieder, habe er die Gemeinde und seine ehemaligen Parteikollegen von seinem Wechsel in Kenntnis gesetzt. "Ich habe das sehr seriös geregelt", sagt Walther.

Der Döhlauer CSU-Vorsitzende Ulrich Katzer war nach eigener Aussage an Fritz Walther herangetreten. "Meine Aufgabe als Ortsvorsitzender ist es, den besten verfügbaren Kandidaten zu finden", sagt Katzer auf Anfrage. Und den habe er in Fritz Walther gefunden. "Die Initiative ging von mir aus, und wir wurden uns dann schnell einig." Dass Fritz Walther zuvor noch für die SPD im Rat gesessen hat, ist für den CSU-Ortsvorsitzenden kein Hinderungsgrund: Die Bürgermeisterwahl auf dieser Ebene sei vor allem eine Persönlichkeitswahl. Fritz Walther wäre der erste Bürgermeister, den die CSU in Döhlau stellt. Neben dem Bürgermeisterkandidaten hat die Döhlauer CSU eine Liste mit 16 Kandidaten für den Gemeinderat verabschiedet.

Walther hatte zuvor schon versucht, für die Sozialdemokraten ins Rennen um den Chefsessel im Döhlauer Rathaus zu gehen. Bei der internen Abstimmung unterlag er allerdings dem Ortsvorsitzenden Marc Ultsch, dem mehr Mitglieder ihre Stimme gaben. Fortan war Walther verfügbar, was die CSU nutzte. Diesen Schritt seines nun ehemaligen Parteikollegen Walther will Ultsch nicht weiter kommentieren. "Es wird dafür Gründe geben", sagt er und fügt an: "Ich gehe davon aus, dass wir einen fairen Wahlkampf erleben werden."

Ohnehin dürfte die Bürgermeisterwahl in Döhlau eine der spannendsten im gesamten Landkreis Hof werden. Nachdem Amtsinhaber Thomas Knauer frühzeitig angekündigt hatte, nicht mehr antreten zu wollen, stehen nun ausschließlich Kandidaten zur Wahl, die noch nie die Gemeinde geführt oder sich um das Amt des Bürgermeisters bemüht haben.

Die Parteifreie Gemeinschaft (PFG) Döhlau wird, vorbehaltlich der Entscheidung auf der Nominierungsversammlung am 23. Oktober, Claus Lindner ins Rennen schicken, der in der Öffentlichkeit unter anderem als Vorsitzender des BSC Tauperlitz bekannt ist. Nach aktuellem Stand ist Lindner der einzige Kandidat, der sich bei der Gruppierung zur Wahl stellt. Anders als Marc Ultsch von der SPD äußert sich Lindner recht deutlich zu den Wechselspielen bei den beiden großen Parteien: "Das ist eigentlich eine nicht vorstellbare Situation." Aus seiner Sicht sei dieser Vorgang nicht nachvollziehbar. Aber auch Lindner erwartet einen fairen Wahlkampf aller Beteiligten. Er selbst trete an, "weil es in der Gemeinde Dinge gibt, die man besser machen könnte". Er wolle keiner sein, der nur meckert, sondern aktiv dazu beitragen, dass sich etwas bessert und der Gesellschaft etwas zurückgeben. Die Ausweisung neuer Bauplätze und die Situation um verschmutzte Containerplätze sind spontan zwei Themen, die es aus Sicht von Lindner anzugehen gilt. Weitere konkrete Projekte und Themen sollen im Nachgang der Nominierungsversammlung bekannt gegeben werden.

Lindner schätzt, dass die Bürgermeisterwahl bei dieser Konstellation in die Stichwahl gehen dürfte. "Da möchte ich gerne dabei sein", sagt er zu seinen Aussichten. Eine absolute Mehrheit sei bei keinem der Kandidaten zu erwarten.

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Patrick Gödde

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Veröffentlicht am:
08. 10. 2019
19:56 Uhr

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Patrick Gödde

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08. 10. 2019
19:56 Uhr



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