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Wohnquartier an der Saale wächst weiter

Der Stadtrat schiebt das Projekt eines Investors an. Wohnraum für mehr als 200 Menschen soll entstehen. Nebenan steckt ein weiteres Vorhaben in der Warteschleife.



Das blaue Haus an der Fabrikzeile zur blauen Stunde: Da es nicht mehr zu sanieren ist, macht es bald Platz für das Wohnungsbau-Projekt eines Berliner Investors.
Das blaue Haus an der Fabrikzeile zur blauen Stunde: Da es nicht mehr zu sanieren ist, macht es bald Platz für das Wohnungsbau-Projekt eines Berliner Investors.   Foto: Thomas Neumann

Hof - "Seniorenwohnen Fabrikzeile" - so heißt der Bebauungsplan, den der Hofer Stadtrat mit seinem Beschluss am Montagabend angeschoben hat. Das Verfahren, das mehrere Schritte durchlaufen wird, ist damit in Gang. Allerdings ist die Bezeichnung bei näherem Hinsehen etwas irreführend: Denn das "Advita"-Haus mit Tagespflege und betreutem Wohnen ist nur ein Teil der Pläne des Investors. Die Firma Senioren-Wohnen Hof mit Sitz in Berlin - vertreten durch Matthias Faensen - will weitere bis zu 65 Wohnungen bauen. Insgesamt mehr als 200 Menschen sollen künftig direkt an der Saale wohnen.

Bauteil A ist das Advita-Haus. Dazu gehören neben der Tagespflege zwei Wohngemeinschaften mit jeweils zwölf Bewohnern; eine davon besteht aus Demenzkranken. Hinzu kommen 50 sogenannte Servicewohnungen für ältere Menschen, die zumindest auf gelegentliche Betreuung angewiesen sind.

Bauteil B sieht 35 bis 40 Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern vor. Ideal zum Beispiel für Studenten.

Bauteil C schließlich soll junge Familien anlocken. 20 bis 25 Wohnungen bietet mit drei bis sechs Zimmern viel Platz.

Wie Stadtdirektor Franz Pischel ausführte, soll damit eine Brachfläche verschwinden. Das "blaue Haus" sei nicht mehr zu sanieren. Es werde zusammen mit der Logistikhalle abgerissen. Der Investor hat sich laut Pischel bereits die eineinhalb Hektar große Fläche über einen Kaufvertrag mit aufschiebender Bedingung gesichert. Nun ist es an der Stadt, den Flächennutzungsplan zu ändern. Aus dem Gewerbegebiet soll ein "urbanes Gebiet" werden.

Ein neues Wohnquartier an der Saale - diese Vorstellung löste im Stadtrat fast einhelligen Jubel aus. Thomas Etzel (Linke) stand mit seiner Meinung, das "blaue Haus" sei ein "erfreulicher Anblick in der Stadt", allein da. Das Gebäude sei nicht denkmalgeschützt, entgegnete Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner; daher sei es Sache des Investors, was mit dem Areal geschehe.

"Wir beseitigen eine Brache mitten in der Stadt", sagte Jochen Ulshöfer (CSU). Gleichzeitig entstehe moderner Wohnraum für junge Familien. Zum Konzept gehörten auch Parkplätze - was die Wohnungen zusätzlich attraktiv mache.

"Mehr als 200 Menschen werden die Innenstadt beleben", betonte Eva Döhla, Fraktionsvorsitzende der SPD. Sie freute sich über das "Wohnen in toller Lage" - ebenso wie FAB-Fraktionschefin Gudrun Bruns, die das Projekt "an einem der schönsten Plätze in Hof" lobte. Damit könne die Stadt gut werben. Noch dazu handle es sich um ein Konzept, das erstmals in Hof zum Tragen komme.

"Diese Chance darf man sich nicht entgehen lassen", sagte die Parteifreie Christine Schoerner. Das Projekt sei zukunftsweisend für Hof. Noch besser wäre es nach Meinung von Dr. Klaus Schrader (Grüne), wenn es von der Fabrikzeile einen günstigen Zugang zur Innenstadt gäbe. Er spielte damit auf die gesperrte Brücke am Mittleren Anger an.

Direkt an der Saale gibt es bekanntlich bereits ein Studentenwohnheim - ein weiteres soll, wie berichtet, auf der freien Flächen an der Fabrikzeile entstehen. Der Freistaat will hier ein Wohnheim mit 300 Plätzen für Studenten der Verwaltungs-Hochschule bauen. Doch es sei Geduld gefragt, sagte OB Fichtner: "Die Realisierung dauert leider noch etwas."

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Jan Fischer

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Veröffentlicht am:
21. 10. 2019
22:18 Uhr

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Jan Fischer

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21. 10. 2019
22:18 Uhr



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