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Marktredwitz

Ein Dorf im Freudentaumel

Stadt und Kirche geben mit dem Spatenstich den Startschuss für den neuen Margarethen-Kindergarten in Brand. In den nächsten eineinhalb Jahren entstehen hier 99 Plätze.



Marktredwitz/Brand - "Freut ihr euch auf euren neuen Kindergarten?" Aus kleinen Kehlen schallt ein vielfach jubelndes "Ja" zurück. Die Freude im Marktredwitzer Stadtteil Brand ist groß. Denn drei lange Jahre hat das Dorf auf den Spatenstich für den Margarethen-Kindergarten gewartet, der an historischer Stelle in die Höhe gezogen wird. Mittendrin im Ort, wo einstmals Hunderte von Fabrikarbeitern bei Weber & Ott geschuftet haben, ehe die alte Weberei abgerissen wurde, baut die evangelische Kirche ein neues Kleinod für den Nachwuchs.

Während die Großen noch Reden schwingen, werden die Mädchen und Jungen schon ein wenig zappelig. Denn allzu verlockend scheinen die vielen kleinen Schaufeln und Rechen, die in einem üppigen Sandhügel nebst großen Schaufeln stecken und auf den Spatenstich warten. Am gestrigen Mittwochnachmittag erfüllt sich ein lang gehegter Wunsch von Kindern, Eltern und vor allem auch der Erzieherinnen. Kirche und Stadt geben den Startschuss für das Projekt. In den kommenden Tagen rollen die Bagger an, heben das Fundament aus für ein modernes Kinderhaus. In eineinhalb Jahren wird man in der Brandner Ortsmitte fröhliches Kinderlachen hören. 99 Betreuungsplätze
werden hier geschaffen.

Es gibt nur strahlende Gesichter, als sich viele Bewohner des Dorfes gestern Nachmittag auf dem Hügel einfinden, der einen herrlichen Blick hinüber aufs Schloss gestattet. Oberbürgermeister Oliver Weigel fasst gleich zusammen, was hier alle denken: "Was für ein tolles Ereignis!" Und er, der selbst aus Brand stammt, erinnert sich an seine Kindergartenzeit. "Als ich noch so klein war wie ihr Steppkes, bin ich zum Kindergarten immer durch den Fabrikhof gelaufen. "Das war ein ganz besonderer Geruch", meint er schmunzelnd. Doch jener Kindergarten am Fröbelweg, kehrt Weigel zurück in die Gegenwart, sei längst an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Und in die Jahre gekommen sei er schließlich auch. "Deshalb brauchen wir schnell Platz, weil wir mit einem anhaltend hohen Betreuungsbedarf rechnen."

Mit der Ausweisung neuer Baugebiete und dem damit verbundenen Zuzug junger Familien sei ein deutliches Geburten-Hoch in Marktredwitz zu verzeichnen. "Nun müssen wir die erforderlichen Weichen stellen, die der Bevölkerungszuwachs mit sich bringt." Vor allem der Hort brauche mehr Platz. "Momentan haben wir hier elf Kinder, aber für das nächste Schuljahr liegen schon 18 Anmeldungen vor. Da müssen wir improvisieren." Derzeit besuchen 53 Kinder Krippe, Kindergarten und Hort. Im neuen Margarethen-Kindergarten wird Platz für 99 Mädchen und Jungen sein.

Architekt Gerhard Plaß ist es eine besondere Freude, "dass wir Architekten unsere Pläne jetzt in die Tat umsetzen können".

Endlich schlägt die Stunde für die Kleinen, die ja im Mittelpunkt dieses Spatenstichs stehen. Zusammen mit Pfarrer Andreas Kraft stimmen sie zwei Liedchen an, strecken und recken sich dazu, krakeelen fröhlich mit. Der Pfarrer bezeichnet den Kindergarten in Brand "als wichtigen Baustein in der Gemeinde".

Dekan Peter Bauer als Vertreter des Bauherrn, nämlich der evangelischen Kirche, steigt mit einem afrikanischen Sprichwort in seine kurze Rede ein: "Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen." Denn je mehr Menschen Kinder um sich hätten, umso mehr könnten sie auch erfahren, was in ihnen steckt.

"Für die kürzeste Rede soll es ein Fass Bier geben. Wir nehmen auch gern ein Päckchen Kaffee", meint Jütte Schug mit einem Schmunzeln. Die Leiterin des Kindergartens strahlt übers ganzes Gesicht, als sie ihre Rede mit einem Wort auf den Punkt bringt: "Endlich!" Doch dann wird es eben nicht die kürzeste Rede, denn sie hat noch einiges anzufügen. "Endlich geht es los, denn immerhin hat es drei Jahre gedauert von der Entscheidung bis zum Spatenstich." Aber sie sei sich sicher, dass hier mitten in Brand "etwas wirklich Tolles" entstehen wird.

Und endlich dürfen die Kleinen den Sandhaufen stürmen, mit Schaufeln und Rechen nach Herzenslust zu graben beginnen. Und für die Großen stehen Häppchen und Getränke bereit, während sich die Sonne durch die Wolken schiebt. Ein großer Tag für Brand.

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
29. 05. 2019
18:10 Uhr

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
29. 05. 2019
18:10 Uhr



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