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Marktredwitz

Sperrung erhitzt die Gemüter

In Dörflas kochen die Emotionen wegen der Zufahrten hoch. Wegen der Abbrucharbeiten ist das Burgermühlgässchen lange gesperrt. Die Stadt zeigt Lösungen auf.



Zum Teil heftig diskutiert mit den Vertretern der Stadt wurde über die Situation während des Abrisses in den kommenden Monaten. Das rote Gebäude (links im Hintergrund) und der Anbau des Gasthofs "Zur Pfalz" (rechts im Hintergrund) werden entfernt. Foto: Peggy Biczysko
Zum Teil heftig diskutiert mit den Vertretern der Stadt wurde über die Situation während des Abrisses in den kommenden Monaten. Das rote Gebäude (links im Hintergrund) und der Anbau des Gasthofs "Zur Pfalz" (rechts im Hintergrund) werden entfernt. Foto: Peggy Biczysko  

Marktredwitz - "Ich will in meine Garage fahren und mein Auto nicht irgendwo abstellen." - "Kommen wir da überhaupt noch in die Stadt?" - "Gibt es für die Fußgänger einen Weg während der Abrissarbeiten?" Die Emotionen kochen ein wenig hoch, als Bauamtsleiter Stefan Büttner und sein Team die Pläne vorstellen, wie die Abbrucharbeiten in Dörflas, die bis September dauern werden, über die Bühne gehen. Denn auf die Anwohner kommen nicht nur Lärm und Dreck zu, sondern auch Teil- und Vollsperrungen der Dörflaser Hauptstraße.

Etliche Bürger scharen sich am Mittwochabend im Burgermühlgässchen um die Vertreter von Stadt und Abbruchfirma. Vor allem jene, die direkt vom Abriss des alten Kindergartens, des Anbaus vom Gasthof "Zur Pfalz" und des "Kneiperl" betroffen sind. Denn sämtliche Häuser docken an Wohngebäude an, was die Abrissarbeiten nicht unbedingt leicht macht. "Wann fangt ihr denn mit dem Abbruch an, denn wir sind bald im Urlaub", macht sich das Ehepaar neben dem früheren Kindergarten Sorgen. "Wir beginnen am 20. Juni", erklärt Tobias Bauer, Chef der Abbruchfirma. Doch zunächst müssten die Gebäude vorbereitet, sprich entkernt werden. Dann folge der Abriss und anschließend die Instandsetzung von Fassaden und Giebeln der angrenzenden Häuser. "Das kriegen wir hin", zeigt sich der Nachbar des Kindergartens, in dem zuletzt die Altenpflegeschule untergebracht war, zufrieden.

Das rote Gebäude ist das erste, das der Spitzhacke zum Opfer fällt, dann folgen der Anbau des seit vielen Jahren leer stehenden Gasthauses und das "Kneiperl", das auch seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet worden ist.

"Das wird ein sehr spannender Ortsteil, der in Zukunft an Bedeutung gewinnt", meint Bauamtsleiter Stefan Büttner. Wenn Gebäude fallen, sei das stets mit Emotionen verbunden, versetzt sich Büttner in die Situation der alten Dörflaser. "Vielleicht ist ja der ein oder andere hier in den Kindergarten gegangen." Was sofort mit "natürlich" quittiert wird. Büttner fordert die Anlieger auf, umgehend mit Beschwerden oder Problemen auf die Stadt zuzukommen. "Sie sind unser Sprachrohr und Multiplikator, wenn es Theater gibt."

Projektleiter Alexander Rieß verdeutlicht, dass Beweissicherungen in Auftrag gegeben worden seien, um spätere Schäden an Gebäuden feststellen und bewerten zu können.

Am längsten dauerten die Vorbereitungen, "der Abriss selbst ist meist an einem Tag erledigt", weiß Fachmann Tobias Bauer. "Notfalls arbeiten wir auch am Samstag, wir lassen nicht Freitagmittag ein halb abgebrochenes Gebäude stehen", garantiert er. Und Roland Heberl vom Ingenieurbüro Rupp Bodenschutz fügt hinzu, "dass wir einen Abbruch-Statiker an der Hand haben, falls Probleme auftauchen". Auf keinen Fall habe man vor, die Dörflaser Hauptstraße tagelang zu sperren.

Stefan Büttner beruhigt jene erhitzte Gemüter, die fürchten, ihr Auto nicht mehr abstellen zu können. "Bis dahin richten wir über den Weberweg eine Umfahrung für die Anlieger ein, die dann ihr Fahrzeug auf dem Benker-Areal abstellen können." Bis zum Winter sei alles fertig, auch das mehrfache Verputzen der Fassaden der an die Abrisshäuser angrenzenden Gebäude, versichert er.

Für die Dauer der Baustelle müsse das Burgermühlgässchen ab dem ehemaligen Kindergarten komplett gesperrt werden. Der Bauschutt werde zur weiteren Aufbereitung auf dem Auenpark-Parkplatz zwischengelagert. "Die Haufen können nicht sofort weg, weil wir die Ergebnisse beproben müssen", erläutert Tobias Bauer. Er nimmt an, dass sich die Abfuhr des Bauschutts auf etwa eine Woche erstreckt, zumal er mit 50 Lkw-Ladungen rechnet. "Das ist keinesfalls zu vergleichen mit der Benker-Fabrik, wo Massen bewegt worden sind."

Ein Anlieger der Abrisshäuser fordert, die Dörflaser Hauptstraße während der Bauzeit doch als Einbahnstraße zu deklarieren oder den auswärtigen Verkehr auszusperren. Das geht laut Ordnungsamtsleiterin Birgit Schelter nicht, weil die Lastwagen nicht unter dem Durchlass hindurch kämen. Doch über kurz oder lang werde die Dörflaser Hauptstraße zur Einbahnstraße, versichert sie. "Nach Abschluss der Maßnahme machen wir Nägel mit Köpfen", so Schelter. "Super, da wird’s schon lang Zeit", freut sich eine Anwohnerin. "Schade, dass ich schon so alt bin. Jetzt, wo alles neu gemacht wird", schiebt sie noch hinterher.

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
06. 06. 2019
17:40 Uhr

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06. 06. 2019
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