Selb/Hohenberg Eine Kreativ-Fabrik fürs Museum

Über die erfolgreiche Arbeit des Fördervereins freuen sich bei der Jahreshauptversammlung (von links) Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, Direktorin Anna Dziwetzki, zweiter Vorsitzender Freiherr von Chiari; Jubilar Professor Hubert Kittel aus Halle, Vorsitzende Rosemarie Döhler, Schatzmeister Herbert Hubert, Schriftführer Udo Benker-Wienands und Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch. Foto: pr

Der Förderverein hat die Neugestaltung der Museumspädagogik im Porzellanikon unterstützt. Corona stoppt die Kabarettreihe.

 
Schließen

Diesen Artikel teilen

Selb/Hohenberg - Die größte Investition des Fördervereins des Porzellanikons bildete die Neugestaltung der Räume der Museumspädagogik: Mit mehr als 16 000 Euro ist es gelungen, aus den Räumen eine Kreativ-Fabrik zu machen. "Damit verstärken wir unseren Schwerpunkt in der Arbeit für Kinder und Jugendliche", erklärte Vorsitzende Rosemarie Döhler bei der gut besuchten Jahreshauptversammlung des Vereins im Auditorium des Museums in Selb-Plößberg.

Bei der Versammlung begrüßte Döhler unter den Gästen auch Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz. Diese dankte in einem Grußwort den Vereinsmitgliedern und den Mitarbeitern für die hervorragende Arbeit. "Wir Oberfranken können stolz sein auf dieses Museum. Es ist das einzige staatliche Museum in Oberfranken und das größte Porzellanmuseum in ganz Europa", betonte sie. Und es habe im Kreis der staatlichen Museen einen herausragenden Status.

Diese Begeisterung teilt auch der Selber Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch. "Das Porzellanikon ist das größte Geschenk für die ganze Region".

In ihrem Bericht zum vergangenen Jahr nannte Rosemarie Döhler über die Renovierung der Kreativ-Fabrik hinaus die Förderung der Schulklassen durch Übernahme der Buskosten bei Besuchen und die Unterstützung der Weihnachtsbaumschmuck-Aktion der Luitpoldschule als weitere Unterstützung zur Gewinnung der Jugend für das Museum. Leider seien durch die Corona-Auflagen die Besuche der Schulklassen seit dem Frühjahr sehr stark zurückgegangen. Auch musste aufgrund der Beschränkungen die Kabarettreihe des Vereins für 2020/2021 abgesagt werden.

Eine weitere große Ausgabe bildete der Erwerb eines 3 D-Druckers für über 3000 Euro. Er wurde zentrales Objekt der Ausstellung "Kunst trifft Technik" und steht nun in der Kreativ-Fabrik auch Schulklassen und anderen Besuchern zur Verfügung.

Anschaffungen für das Archiv hat der Verein ebenfalls mit einem vierstelligen Betrag unterstützt. Das Archiv besitzt mit seiner Fachbibliothek im Bereich Porzellan und Keramik die größte ihrer Art in Deutschland, die vielen Nutzern zur wissenschaftlichen Arbeit zur Verfügung steht.

Froh zeigte sich Döhler über den reibungslosen Übergang in der Leitung des Museums vom langjährigen Direktor Wilhelm Siemen, dem der Verein zum Abschied noch ein Geschenk machte, zu seiner Nachfolgerin Anna Dziwetzki.

Die neue Direktorin umriss ihre Vorstellungen und Pläne zur zukünftigen Gestaltung des Porzellanikons: So sei schon eine neue Farbigkeit für alle Präsentationsmittel des Museums entwickelt worden. Die Ausstellungen sollen in Zukunft auch von dieser Farbgestaltung profitieren. Viel Wert legt Dziwetzki darauf, die Eigenheiten der Museumsstandorte Hohenberg und Selb noch stärker herauszuarbeiten. Selb als Schwerpunkt in der Porzellanherstellung und Technik und Hohenberg - "Der Ort der Schönheit" - mit seiner einzigartigen Sammlung an kostbarem Porzellan.

Schatzmeister Herbert Hubert sagte in seinem Kassenbericht, insgesamt stehe der Verein mit 233 Mitgliedern auf gesunden Beinen. Stellvertretender Landrat Roland Schöffel trat spontan als 234. Mitglied bei. Sechs Mitglieder wurden dann für 25-jährige Treue geehrt. Allerdings war an diesem Abend nur ein Jubilar, Professor Hubert Kittel aus Halle, anwesend.

Autor

Bilder