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Selb

Region auf der Überholspur

Der Strukturwandel ist dem Fichtelgebirge gelungen. Eine Vision, wie die Zukunft aussehen kann, gibt die riesige After-Work-Party in Selb.



Viele Krative gibt es im Fichtelgebirge. Auch in der Textilbranche.
Viele Krative gibt es im Fichtelgebirge. Auch in der Textilbranche.   » zu den Bildern

Selb - Das Fichtelgebirge ist nicht nur Heimat Dutzender Hidden Champions, es ist auch auf dem besten Weg, ein hipper Champion zu werden. Die Sommerlounge im und um das Porzellanikon in Selb-Plößberg hat einen Eindruck davon gegeben, wie hip die Region ist.

Mehr als 4000 Besucher genossen eine After-Work-Party, die es in sich hatte. Roland Ledermüller von der Entwicklungsagentur Fichtelgebirge brachte es in einer Talk-Runde auf der Bühne auf den Punkt: "Wir leben nicht nur in einer touristisch attraktiven Region, sondern haben zugleich ein industrielles Fundament mit vielen attraktiven Arbeitsplätzen." Dass es neben der prallen Natur auch urbanes Lebensgefühl gibt, zeigte sich an dem lauschigen Sommerabend in Selb. In der Kulisse der alten Porzellanfabrik haben die Macher der Sommerlounge vom Förderverein Fichtelgebirge und allen voran auch vom Porzellanikon eine Partyzone im Industrial-Style aufgebaut. Aus Paletten gefertigte Sofas und Tische gaben den richtigen Rahmen für die vielen Gespräche.

Wie Sybille Kießling vom Förderverein sagte, ist genau dies der Sinn der Sommerlounge: Die Besucher sollen sich in lockerer Atmosphäre kennenlernen. Dies ist das in Wirtschaftskreisen vielbeschworene Vernetzen im besten Sinne. Und tatsächlich sind am Donnerstagabend wahrscheinlich wieder viele Ideen geboren worden, die irgendwann einmal der Region zugute kommen werden.

03.08.2017 - Sommerlounge in Selb - Foto: Florian Miedl

Sommerlounge Selb
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Mit erstaunlichen Zahlen zur Kreativität im Fichtelgebirge wartete Ronald Ledermüller auf. So gebe es allein im Landkreis Wunsiedel um die 400 Unternehmen oder Freiberufler, die in der Kreativwirtschaft tätig seinen. "Und dies ist eine der Schlüsseltechnologien der Zukunft." In einem bundesweiten Ranking zur Kreativwirtschaft liegt Wunsiedel auf Platz 38 aller 407 Landkreise. "Und im Gegensatz zu den Ballungsräumen haben wir einen echten Mehrwert zu bieten: freien Raum, in dem sich Kreative und Künstler entfalten können." Gut möglich, dass in den nach wie vor vielen Leerständen nach und nach wieder Arbeitsplätze entstehen. "München ächzt unter dem Druck der vielen Menschen. Wir hingegen haben Platz, von dem Größstädter nur träumen können und eine Region mit hohem Freizeitwert."

Einen Eindruck davon, wie viele Perlen es im Fichtelgebirge gibt, die selbst Einheimische nicht kennen, hat die Sommerlounge gegeben. Genau 100 Aussteller, von der Behörde über das Industrieunternehmen bis hin zum Kunsthandwerker, präsentierten sich. Dabei ist dies nur ein kleiner Ausschnitt. Wie Sibylle Kießling im Gespräch mit der Frankenpost sagte, hat es noch weit mehr Anfragen von Ausstellern gegeben. "Aber wir sind mit unserem Platz natürlich begrenzt und mussten uns auf die ersten 100 beschränken."

Ein großes Lob gibt es von Sybille Kießling an das Team des Porzellanikon. "Was die Mitarbeiter hier geleistet haben, ist sensationell." Das Engagement ist für Museums-Direktor Wilhelm Siemen Ehrensache. Immerhin sei eine derartige Veranstaltung für das Porzellanikon ideal. "Wir verstehen uns ja nicht als ein Museum, dessen Mitarbeiter Exponate abstauben. Das Porzellan ist sicherlich das Fundament, auf dem wir stehen. Aber hier sind zugleich auch ein wichtiger Spielplatz für die Region." Es sei an der Zeit, dass das Selbstbewusstsein der Menschen hier nach außen getragen werde. "Es darf ruhig jeder sehen, dass die Förderungen und das Engagement des Freistaates hier sinnvoll angelegt sind."

Wie sehr das Fichtelgebirge im Wandel ist, zeigt sich besonders gut in Selb. "Wir haben die Talsohle durchschritten", sagte denn auch der Selber Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch. Mit einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit zwischen 4,5 und 4,9 Prozent sei die Porzellanstadt längst nicht mehr ein Sorgenkind in der Region. Es gebe 8160 Arbeitsplätze in allen Bereichen, und auch die Jugend habe in der Stadt und der Region eine Zukunft. Der Wandel werde in den kommenden Jahren mit den Investitionen in der Innenstadt ebenso sichtbar wie mit den deutsch-tschechischen Freundschaftswochen. Letztere, die in etwa im Rang einer kleinen Gartenschau stehen, finden 2013 statt, werfen aber schon mit mehreren Aktionen in den kommenden Jahren ihre Schatten voraus.

Dass das Porzellan in der Region nach wie vor eine große Bedeutung hat, verdeutlichte Christoph René Holler, der Geschäftsführer des Bundesverbandes der keramischen Industrie. Er könne jedem Jugendlichen guten Gewissens eine Ausbildung in der keramischen Industrie empfehlen. Die Übernahme-Quoten seien sehr hoch. Den Wandel einer Problem- in eine Zukunftsbranche verdeutliche vor allem die technische Keramik mit Unternehmen wie Vishay und H.C. Starck in Selb, CeramTec in Marktredwitz oder auch Lapp Insulators in Wunsiedel. Allerdings müssen laut Holler die Rahmenbedingungen stimmen. "Und da macht es schon nachdenklich, wenn unsere energieintensiven Betriebe hier in Deutschland die höchsten Energiekosten und die höchsten Abgabequoten verkraften müssen."

Bis spät in den Abend herrschte auf dem riesigen Gelände reichlich Betrieb. Bei einem derartigen Angebot, das die Aussteller aus den vier beteiligten Landkreise Wunsiedel, Hof, Bayreuth und Tirschenreuth offerierten, konnten die Besucher lediglich einen Bruchteil wirklich intensiv studieren. Aber vielleicht ist diese Fülle an Möglichkeiten ein Grund dafür, dass zum Beispiel Porzellankönigin Larissa II. offen bekannte: "Ja, ich bin heimatverbunden und will hier bleiben."

Autor

Matthias Bäumler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
04. 08. 2017
17:42 Uhr

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Autor

Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
04. 08. 2017
17:42 Uhr



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